Ich hatte einen Entschluß gefasst und wollte das letzte Jahr am 31.12.2017 mit einer neuen Bestzeit auf 10 km abschließen.  Fangen wir mal so an, ich hatte es nicht geschafft und es fühlte sich wie ein Schlag ins Gesicht an. Es war auch kein schöner Lauf. Doch schlußendlich überwiegt der Rest, denn es war ein wunderschöner Lauftag und ich hätte den Silvestertag nirgens anders verbringen wollen.

Es gibt so viele andere Dinge, die einen Lauf  positiv beeinflussen. Und so erlebte ich den Silvesterlauf in München.

Vorbereitung

Die vielen Trainingswochen für den Silvesterlauf waren durchweg positiv verlaufen. Ich hatte durch das Training mit evalu das erste Mal regelmäßiges Schwellen- und Intervalltraining eingebaut. Mein Gefühl war super. Und ich war der festen Überzeugung, dass ich meine bestehende Bestzeit von 48:48 auf der 10 Km Distanz pulverisieren könnte. Auch die Daten von evalu sagten Bestzeit voraus. Einige Informationen zu meinem Training kannst du hier und hier nochmals nachlesen.

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Das Wetter am 31.12.2017

Sonne, Sonne und nochmals Sonne und Temperaturen im zweistelligen Bereich und ich so: „Das kann ja heiter werden“. Ich hatte extra meinen Bestzeitversuch in der Wintersaison geplant, weil gerade bei kalten Temperaturen ich eine bessere Leistung abrufen kann.

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Freunde

Erfolg kommt oft nicht von allein und deswegen hatte ich ein paar liebe Freunde an meiner Seite, welche ich vorher fragte mich zu supporten. Einen ganz wichtigen Part übernahm Marcel als mein persönlicher Pacemaker, er sollte die Zeit vorgeben und ich nur hinterher rennen, man könnte es auch „in seinem Windschatten laufen“ nennen. Stefan begleitete uns mit seiner fotografischen Expertise und hielt einige Momente von der Strecke bildlich fest. Daneben waren einige Freunde da, die entweder mitgelaufen waren oder mich an der Strecke anfeuerten, teilweise sogar mit Hundesupport. Und ein paar nette Nachrichten erreichten mich per Whatsapp und Daumen wurden gedrückt. Alles in allem ein großartiger Support.

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Der Lauf

Wir stellten uns relativ weit vorne in der Startaufstellung auf. Der Startschuss ertönte und wir flitzten los. Schon zu Beginn fühlte ich einen immensen Durst. Ich hatte vor dem Rennen zu wenig getrunken, wollte mir den ständigen Toilettengang ersparen. Doch nun hoffte ich bereits kurz nach dem Start auf eine Getränkestation. Die ersten Kilometer liefen vom Tempo her genau nach Vorgabe. Ich würde sogar behaupten, dass ich meine bisher schnellsten 5 Kilometer mit etwa 23:45 Minuten hingelegt hatte (für mich gibt es aktuell keine offizielle Zeit auf der 5 km Distanz).

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Als nach fünf Kilometer immer noch nichts zu trinken in Sicht war und mir bewusst wurde, dass es bis ins Ziel nichts geben würde, ließ meine Leistung gefühlt abrupt nach und der Kampf mit mir selbst begann.

Die Wärme und die etwas hügelige Strecke waren definitiv keine idealen Bedingungen. Die Steigungen machten mir schwer zu schaffen und verlangsamten mein Tempo zusätzlich. Ich konnte auf Marcel immer häufiger nicht mehr aufschließen und der Abstand vergrößerte sich. Während ich nur vorwärts laufen musste, lief Marcel immer wieder rückwärts.

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Ich war platt. Mit netten Sprüchen holte mich mein Pacemaker immer wieder ab, noch heute klingt mir der Spruch, „Geh mal über dein Limit“ in den Ohren. Daran ist was, aber an diesem Tag reichte es leider nicht.

Die Kilometer wollten nicht vorbei gehen. Kilometer 5 fühlte sich schon wie 10 an. Über Zeit und Strecke hatte ich keine Kontrolle. Irgendwann erreichten wir das Ziel. Ich wusste bzw. fühlte, dass wir die zweite Hälfte des Laufes viel langsamer unterwegs waren.

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Im Ziel

Ich begriff sofort, dass ich nicht Bestzeit gelaufen war, der Blick auf die Zeit im Ziel bestätigte mein Gefühl. Ich taumelte durch das Zieltor und ließ mich auf den Boden sinken. Gegeben hatte ich alles, aber gereicht hatte es nicht und am Ende standen 50:09 Min auf der Uhr.

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Ein Fehler

Wenn ich die Datenauswertung sehe bestätigt es mein Gefühl. Ich war viel zu schnell losgelaufen, während Kilometer 1 fühlte es sich noch sehr gut und spritzig an, ab Kilometer 2 schon nicht mehr so und so ging es auch weiter. Ich brach ein und konnte das Tempo nicht durchweg halten.

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Enttäuscht?

Zu allererst ich bin dennoch stolz auf meine Leistung und meinen Willen, ich weis das ich alles gegeben hatte. Wir sprechen von 1 Min 21 Sekunden, die mir schlussendlich fehlten.

Bin ich enttäuscht? Ein wenig, aber es war einfach nicht mein Tag und die Strecke war nicht für Bestzeiten ausgelegt. Hatte ich mir zu viel Druck gemacht? Vielleicht ein bisschen. Was ich gelernt hatte: Es ist umso schwieriger eine Bestzeit zu laufen, wenn man darüber berichtet und jeder Bescheid weis. Man macht sich selbst noch mehr Stress. Beim nächsten Versuch stelle ich mich lautlos an eine Startlinie und laufe, dann wird irgendwann auch die Zeit geknackt. Das ist zumindest mal der Plan.

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Ziel zu hoch gesteckt?

Ich bin ehrgeizig und der Wunsch nach einer neuen persönlichen Bestzeit entstand durch Zufall. Da mein Jahr 2017 vor allem beruflich nicht mit Erfolgen gekrönt war, wollte ich es zumindest läuferisch erfolgreich abschliessen. Genau ein Jahr zuvor war ich mit meiner Lauffreundin Iris im Olympiapark meine bisherigen schnellsten 10 Kilometer gelaufen und es fühlte sich nur halb so schwer an.

Fazit zur nicht erreichten Bestzeit

Keine persönliche Bestzeit! Die Welt geht trotzdem nicht unter, oder? Irgendwann fällt sie noch.

Wie geht ihr mit verfehlten Bestleistungen um? Wenn ihr ein paar Tipps habt, freue ich mich auf ein paar Kommentare. Wie sehen eure aktuellen Ziele aus?

Fotocredit: Stefan Schaaf (PEAK ART IMAGES)

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