Ort Piton de la Fournaise im Südosten der französischen Insel La Reunion.

 

Eine Wanderung ist lustig, vor allem, wenn man morgens bereits um 5 Uhr deshalb aufstehen muss, nicht…  oder doch? Auf jeden Fall mein Freund, der nicht so sehr dem Wandern verfallen ist wie ich, ist morgens um diese Uhrzeit natürlich noch weniger zu begeistern als sonst. Doch dieses Mal hieß es, wir wollen einen Vulkan sehen. Es sollte unser letzter Versuch werden. Bereits zwei Vulkane wurden uns wegen schlechtem Wetter verwehrt, in Costa Rica 2013 und Neuseeland 2015. Heuer sollte es auf La Reunion auf den Piton de la Fournaise gehen.

Es kann losgehen

Der Piton de la Fournaise (2512 m) ist immer noch aktiv und spukt ab und an Lava. Gut das Glück hatten wir leider nicht es live zu sehen, uns war wie gesagt wichtig den Vulkan überhaupt zu sehen. Dafür standen wir nun exakt um 5 Uhr an einem Urlaubstag auf. Reiseführer (Buch) und Vermieter unseres schnuckeligen Gasthauses empfohlen uns so früh aufzubrechen, da bereits vor Mittag Wolken aufgezogen werden würden und normalerweise schlechtes Wetter mitbringen. Ja das können wir bestätigen, an 10 von 10 Tagen hatten wir auf La Reunion immer Wolken und nachmittags war keine Sicht mehr möglich.

Wir starteten von unserer Unterkunft in St. Pierre. Die Anfahrt benötigte etwas mehr als eine Stunde über Bourg Murat und die ausgeschilderte „Route du Volcan“ wurden schon mal mit vielen Kurven und einem tollen Tagesanbruch belohnt.

Piton de la Fournaise Route

Der Parkplatz – Pas de Bellecombe

Auf dem Weg zum Parkplatz (Pas de Bellecombe) durchfährt man karges Land, Tundra ähnlich bzw. so stelle ich mir eine Mondlandschaft vor. Das Wetter war wie vorausgesagt hervorragend. Kurz nach 7 Uhr starteten wir unsere Wanderung.

Der Blick vom Parkplatz aus ließ unser Herz schon springen, vielversprechend sahen wir auf den Nebenkrater Formica Leo (Ameisenlöwe) hinab. Und ja hinab bedeutete wir mussten erst mal viele Stufen die Abbruchkante hinabgehen, mein Freund schnaufte schon, da müssen wir auch wieder rauf. Da half nur viel reden und ablenken.

Piton de la Fournaise Kraterwand

Piton de la Fournaise Ameisenlöwe

Piton de la Fournaise Ameisenlöwe

Piton de la Fournaise Startpunkt

Unten angekommen geht es einige Zeit erst mal nur eben bzw leicht ansteigend weiter. Wir überqueren Lavagestein, was das Gehen allerdings erheblich erschwert, da scharfkantig. Vor uns schlängeln sich schon einige Menschen den Weg Richtung Vulkan. Darunter sogar einige mit FlipFlops, ohne Worte, wenn ich bedenke wie meine Schuhe nach der Wanderung aussahen. Man kann hier schon erahnen wo der Weg entlanggeht, im Uhrzeigersinn müssen wir erst mal den halben Vulkan umrunden.

Piton de la Fournaise Weg

Immer wieder bleiben wir stehen und machen Fotos. Die Gegend ist wunderschön und doch so abstrakt. Nach zirka einer halben Stunde kommt der Anstieg, nicht anstrengend, aber doch müssen wir aufpassen. Eine weitere Stunde später zieht Nebel auf, jetzt heißt es aber Beeilung. Die Hektik steigt und stehen bleiben darf ich auch nicht mehr. Wie von der Tarantel gestochen flitzt mein Freund voraus. Immer wieder ziehen Wolkenschwaben vorbei und wir haben echt Angst, dass uns auch dieses Mal der Blick in den Kratertrichter verborgen bleibt.

Piton de la Fournaise Ausblick

Piton de la Fournaise Blick

Der Blick in den Krater Piton de la Fournaise

Keine 15 Minuten später sind wir oben. Der Blick in den Krater ist beeindruckend und vor allem wir haben freie Sicht. Doch nicht lange und um uns herum ziehen nun doch die Wolken rein. Egal ich konnte zu dem Moment vor Freude springen. Gesehen ist gesehen und der Anblick bleibt in meinem Kopf.

Piton de la Fournaise Kratertrichter

Piton de la Fournaise Lava

Zurück gehen wir dann viel in den Wolken und es wird kalt. Eine Windjacke sollte man zumindest dabeihaben und eigentlich mindestens Wanderschuhe. Alles andere ist danach durch das scharfkantige Vulkangestein ziemlich ramponiert.

Piton de la Fournaise Rückweg

Piton de la Fournaise scharfkantig

Von den ursprünglich genannten 5-6 Stunden, benötigten wir lediglich 3,5 Stunden reine Gehzeit inklusiver einiger Fotostopps.  Wir hatten einige Urlauber getroffen, welche auf diese wunderschöne Wanderung verzichtet haben. Nicht abschrecken lassen und machen, denn wir hatten einen tollen Vormittag und entspannten am Nachmittag am Meer.

Weitere Impressionen: