Verzaubert von Bratislavia

Die kleine, junge und entzückende Metropole der Slowakei, früher als Pressburg bekannt, ist eines der unbekannteren Reiseziele in Europa und rückt beisielsweise im Vergleich zu Wien und Prag oft in den Hintergrund. Wir, meine Freundin Eva und ich besuchten Bratislava letzten Sommer, als kurzen Abschluß nach einem entspannenden Yoga-Workshop am Neusiedlersee (AT) bei Wien.

bratislava Donau

Bratislava ist von Wien innerhalb einer Stunde zu erreichen. Wir hatten uns für die Anfahrt mit dem Auto entschieden. Allerdings die kurze Strecke nach der Grenze kostete nochmals Autobahn-Maut, was ziemlich ärgerlich war, aber dennoch den schnellsten Weg bot. Alternativ kann man mit der Bahn oder mit dem Schiff über die Donau anreisen.

Um es vorweg zu nehmen, Bratislava ist ein toller Ort für einen kurzen Abstecher (auch Tagestrip), sofern man sich in der Nähe befindet.

Und los geht es mit unserer Stadttour

Palais Grassalkovich

Übernachtet hatten wir im LOFT Hotel Bratislava, zentrumsnah gelegen und schick im Industrialstyle eingerichtet. Von dort aus starteten wir unsere Tour und landeten auf dem Weg in die Innenstadt direkt beim Palais Grassalkovich (Residenz des Präsidenten) inklusive Kugel, welche an die Bohne in Chicago erinnert. Einladende Location, um Fotos zu machen, was wir direkt genutzt hatten.

bratislava Kugel

Altstadt:

Vom Hotel aus brauchten wir circa eine Viertelstunde zu Fuß. Was sofort auffiel waren die gepflasterten Gassen, aber sowas mag ich und man fühlte sich sofort wohl.

Im historischen Stadtkern findet man viele Pubs und Restaurants. Das Flair der Altstadt ist prachtvoll, einladend und sympathisch. Am meisten hat uns ein nettes modernes Café angesprochen: das ENJOY COFFEE in der Michalska. Sowohl für einen leckeren Mittagssnack zu empfehlen (warme Paninis) als auch zum entspannten Frühstück mit tollen Kuchen und Cappuccino, hier gibt es alles was das Herz begehrt plus nettem Service und süßem Giftshop. Es fällt einem schwer zu entscheiden, wo man am besten einkehren will, alles sieht einladend aus.

Die Burg Bratislava

Das Wahrzeichen, die Burg Bratislava, thront erhaben über der Stadt. Weiße Gemäuer, strahlend mit goldenen Akzenten versehen, blumenreicher, gepflegter Garten im Inneren, laden ein sich etwas länger um zu sehen.

Burg Bratislava

Der Aufstieg hat ein bisschen Einsatz gefordert, vor allem bei der Hitze fielen Eva die Stufen hinauf etwas schwerer. Aber erstmal erklommen, wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt. Die Altstadt direkt unter der Burg und dazu im Kontrast die Plattenbauten auf der anderen Uferseite der Donau. Definitiv ein Traum, die Donau und ihren Verlauf von oben zu bewundern! Eingebettet in die Landschaft schlängelt sie sich unten im Tal quer durch die Metropole Bratislava.

Shoppen:

Da sich das Einkaufen in der Altstadt eher schwierig gestaltet hatte, besuchten wir das Eurovea Galleria Einkaufszentrum (sehr gut zu Fuß zu erreichen). Generell ist Bratislava eher zum schlendern und verweilen zu empfehlen und nicht zum shoppen. Das Einkaufszentrum ist gut, aber dafür braucht man nicht nach Bratislava reisen. Wir kauften nur ein paar Kleinigkeiten und nutzen die Zeit lieber zum Erkunden der Sehenswürdigkeiten.

Blaue Kirche:

Diesen auffälligen Farbkleks hatten wir mitten im Ghetto (auf dem Weg zum Einkaufszentrum) entdeckt, die St. Elisabeth Kirche in knalligem hellblau und völligen Kontrast zur Umgebung. Wir nutzten die Location für Fotos, da direkt gegenüber ein ehemaliges altes Krankenhaus gelegen ist, das mit seinen eingeschlagenen Scheiben und Steinskulpturen aus Ost-Zeiten geradezu dazu einlud und irgendwie cool wirkte.

bratislava blaue Kirche

bratislava Fotosession

Abendprogramm:

Unser Trip nach Bratislava war zwar spontan geplant, ist aber perfekt aufgegangen. Denn es war Fussball-EM und genau an unserem einen Abend in der Stadt trat Deutschland gegen die Slowakei an. Eva, als begeisterter Fussballfan, musste mich natürlich dazu ins nächste Pub schleifen. Wir fanden uns schließlich in einem gemütlichen Hinterhof-Biergarten wieder, umringt von Einheimischen, die leider an diesem Abend keinen Sieg davontragen konnten. Wir hielten uns beim Jubeln ein wenig zurück und kehrten nach dem Spiel dann mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht ins Hotel zurück. Der Plan war, noch einen Absacker in der Hotelbar zu nehmen. Zu meinem Glück oder Pech wurde eine weitere Partie Fußball übertragen und Evas Abend war gerettet.

Bratislava EM

Frisch gestärkt reisten wir am nächsten Tag, vorbei an vielen Windkrafträdern, zurück Richtung Heimat (München).

Kurzbesuch:

Für einen Tag zahlt sich der Besuch Bratislava definitiv aus. Die interessanten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich hauptsächlich auf die Altstadt. Die Stadt hat viele schöne Plätze zu bieten, an denen man Zeit verbingen möchte, die Gaststätten haben bis spät in die Nacht geöffnet und auch Partygänger kommen auf ihre Kosten.

Eine weitere Burg „Burg Devin“ etwa 10 km vom Zentrum entfernt, hätte ich gern noch angeschaut, allerdings aufgrund der knappen Zeit hatten wir es dann doch ausgelassen und sind nur kurz dran vorbeigefahren. Die Burgruinen thronen direkt auf einem Felsen an der Donau und können gegen Eintritt besucht werden.

Vielleicht war ja von euch schon jemand da und kann mir darüber berichten?