Meine Freundin Manuela hat ihre Erlebnisse, wie Sie den Marathon erlebt hat, auch in einen Bericht verfasst, viel Spass beim Mitlaufen:

Spätestens zu Jahresbeginn stehen für Läufer die Ziele und Wettkämpfe für das Jahr fest.
Für Cindy stand fest, ihren ersten Marathon zu finishen und Moni hatte bereits Feuer für die Marathondistanz gefangen. Und ich wollte meine persönliche Bestzeit verbessern.
Unklar war noch, wo wir unseren Herbstmarathon bestreiten wollten. Zur Auswahl standen Mallorca, Dresden und Amsterdam. Die Entscheidung ging letzten Endes zu Gunsten der niederländischen Hafenstadt.

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Mit etwas über einer Stunde Flugzeit ging es für uns Mädels in Begleitung von Geo (der ebenso seinen ersten Marathon laufen wollte, und dazu noch in absoluter Top Zeit) nach Amsterdam. Mit dem Zug vom Flughafen ins Zentrum und dem Fußweg zum Hotel. Auffallend waren die freundlichen Mitmenschen, die uns Ortsunkundigen gerne (zumindest hatten wir den Eindruck) weiter geholfen haben.

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Gut gelaunt, etwas aufgeregt und voller Vorfreude checkten wir im Hotel ein und trafen uns mit Geo zu einem schnellen Imbiss um danach (es war schon gegen 23 Uhr) ins Bett zu fallen.
Ausschlafen war unser Motto für den Samstagmorgen, gemütlich frühstücken und dann (endlich) auf die Marathonmesse, um unsere Startunterlagen abzuholen.
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Alles war sehr gut beschildert, organisiert und gut zu finden. Wir machten Fotos, unheimlich viele Fotos sogar und genossen die Atmosphäre mit anderen Gleichgesinnten. So nebenbei: Cindy beim Networking zu sehen ist traumhaft und eine Geschichte für sich.
Mir wurde es dann doch zu voll, sodass Geo und ich die Messe verlassen hatten, um zum Carboloading zu schreiten. Er hatte uns ein tolles Restaurant „Pasta Factory“ mit Mr. Google- Empfehlung gesucht und dabei alles richtig gemacht. Eine so tolle Pasta habe ich noch nie gegessen! Cindy und Moni waren mittlerweile auch zu uns gestoßen. Erst nach dem Essen erfuhren wir, dass Geo an diesem Tag Geburtstag hatte, was auch sein Grund war, genau hier in Amsterdam seinen ersten Marathon zu laufen.

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Danach gingen wir ins Hotel, um alles für den Lauf am Sonntag vorzubereiten, uns auszuruhen und den Beinen etwas Erholung zu gönnen.

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Tag X. Man waren wir aufgeregt (eine von uns mehr als die anderen ;-)). Das Aufstehen um 6 Uhr musste sein, denn die Logistik, was die Badbenutzung anging, war total durchdacht und bis zur letzten Minute getimt. Mit kleinem Frühstück und einem Becher Kaffee machten wir uns auf den Weg zum Start ins Olympiastadion.
In der Tram herrschte aufgeregte, aber dennoch gute Stimmung und das Wetter mit 9 Grad und Nieselregen hatte keine Chance diese zu trüben.
Noch ein paar Fotos knipsen, Tasche abgeben, auf Toilette huschen und dann ging es ab in Richtung Startblock. Die Startblöcke waren farblich nach Ziel Zeit markiert und mit dementsprechender Startnummer zum Einlass frei gegeben worden. Wir wünschten uns alle noch viel Spaß, einen guten Lauf und flotte Beine. Endlich durften wir auf die 42,195 km lange Strecke. Mir gingen sämtliche Trainingseinheiten (davon gefühlt viel zu wenige gemacht) durch den Kopf, und überhaupt: wie schnell die Zeit, von dem Entschluss in Amsterdam zu laufen und jetzt hier zu starten, verflog.
Der Start war wundervoll! Auf einer Leinwand konnten die späteren Starter den Früheren zusehen, wie diese sich auf den Weg machten. Für mich ein sehr emotionaler Moment. Endlich ging es auch für Geo und mich los. Raus aus dem Stadion, am Vondelpark vorbei Richtung Museumplein, Stadionweg, Beethovenstrasse, dann der Amstel entlang und auf anderen Wegen wieder zurück. Meine mentale Durststrecke begann dieses Mal schon sehr früh. Bei km 21 meinte ich, das Tempo nicht halten zu können und somit mein Zeitziel von unter 3:30 h nicht zu erreichen. Daraufhin gefühlt gleich langsamer geworden, aber der Blick auf die Uhr zeigte gleichbleibendes Tempo an. Na gut, mal sehen wie es bei km 30 aussieht. Bei km 30 zeigte die Uhr 2:24, da geht noch was. Mein Kopf hat nur noch gerechnet und meine Beine sind gelaufen. Die Stimmung auf der Strecke war sensationell und hatte mich motiviert. Hat funktioniert! Mit 3:27:31 hatte ich meine persönliche Bestzeit dann doch erreicht und war überglücklich darüber. Geo war schon im Ziel (3:16 Stunden für den ersten Marathon, trotz Verletzungsausfall. Er ist eine Maschine!). Wir tranken ein Iso, aßen eine Banane, holten unsere Taschen und machten uns auf den Weg ins Warme, wo wir auf Cindy und Moni warteten. Die Zielverpflegung ließ leider einige Wünsche offen, dafür klappte die Taschenaufbewahrung hervorragend.

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Per Track konnten wir verfolgen, wo die Mädels unterwegs sind und somit wussten wir, dass Cindy nun mit 4:01 h im Ziel und auf dem Weg zu uns war. Mit den Worten “Marathon tut doch weh“ kam Cindy die Treppe hoch. Doch mit der Freude die sie dabei ausstrahlte schien das nebensächlich zu sein. Moni kam mit 4:42 h total happy ins Ziel.
Nachdem wir uns was Warmes übergezogen hatten, machten wir uns mit Euphorie, Stolz und Zufriedenheit auf den Weg zurück ins Hotel!

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Fazit: Eine sehr schöne Strecke und durch eine Stadt mit freundlichen, hilfsbereiten Einwohnern, die die Läufer dazu noch jubelnd unterstützen. Prima Organisation, lediglich die Zielverpflegung hätte besser sein können. Aber letzten Endes fühlten wir uns gemäß dem Motto alle als „Superheroes“

Vielen Dank Amsterdam, für dieses großartige Erlebnis!
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Eure Manuela Schauder