Der Coronavirus in aller Munde, es ist die Woche bevor die Krise bzw. die Ausgangsbeschränkungen alles ändern. Meine Freundin Sina und ich entscheiden spontan, weil mega Wetter erwartet wird, das Wochenende vom 13. – 15. März in der Sächsischen Schweiz zu verbringen. Kein Katzensprung ab München, aber ein Ziel, das mir schon lange am Herzen liegt und ich besuchen will. Und Corona macht mir zu dem Zeitpunkt etwas Angst, ich will flüchten.
maedelstrip saechsische schweiz

Sächsische Schweiz wir kommen

Sina ist genauso spontan und reiselustig wie ich, also fahren wir am Freitag nach der Arbeit Richtung Sächsische Schweiz, genau gesagt nach Rathen. Ab München nach Rathen sind ca. 500 Km oder auch ca. 5 Stunden Fahrt einzuplanen. Rathen liegt unweit von Dresden (ca. 30 km) und in der Nähe zur tschechischen Grenze. Ich war erst letztes Jahr in Tschechien, genauer gesagt in der Böhmischen Schweiz und mir hat die Gegend äußerst gut gefallen. Die Böhmische, wie auch die Sächsische Schweiz sind beide Teile des Elbsandsteingebirges und die Elbe durchfließt hier beide Regionen. Das Elbsandsteingebirge ist eine wunderbare Urlaubsregion und beliebt bei Wanderern, Radfahrern und bei Aktivurlaubern. Die Möglichkeiten sind vielfältig und genau deswegen bin ich kein halbes Jahr später auf die deutsche Seite des Elbsandsteingebirges zurückgekehrt. Denn hier gibt es einen Ort, den ich seit Jahren besuchen will, natürlich zum Sonnenaufgang. Welcher Ort das ist, dürfte keine Überraschung sein.

Um allen vorzugreifen, auch dies wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein, es ist einfach traumhaft im Elbsandsteingebirge oder auch in der Sächsisch – Böhmischen Schweiz. Wie bereits erwähnt ist die Anfahrt nach Rathen nicht wirklich kurz und wir starten in München an einem Freitag Abend gegen 17 Uhr, erreichen unser Hotel kurz vor 22 Uhr. Wir haben uns für die Unterkunft das Amselgrundschlösschen entschieden, gerade wegen der Lage, denn gleich am nächsten Morgen wollten wir zu einer kleinen Sonnenaufgangstour starten. Und zwar zur Bastei. Und war der Ort schwer zu erraten ?

hotel amselgrundschloesschen rathen

Rathen ist ein kleiner Kurort, direkt an der Elbe gelegen und Ausgangspunkt für die weltbekannte „Bastei“. Jedes Jahr pilgern viele Menschen hierher, nur um die Bastei und den wunderschönen Ausblick zu sehen. Die Sächsische Schweiz ist übrigens ein Nationalpark und gerade in Rathen gibt es schöne Natur zu erleben.

Auf zur Bastei – eine Herzwanderung

Wir gehen eigentlich fast nach Ankunft in unserem Hotel schlafen, denn die Nacht wird kurz und wir wollen gegen 05:30 Uhr starten, pünktlich um den Sonnenaufgang mit Blick auf die Basteibrücke zu sehen.
Die Bastei ist eines der beliebtesten Orte für Fotografen überhaupt. Ich folge diversen Fotografen auf Instagram und auch dem Account der Sächsischen Schweiz. Da mich die Fotografie sehr interessiert, musste ich genau hier her, da ich immer wieder die Bilder rund um die Bastei bewundere. Das Wahrzeichen der Bastei ist die Basteibrücke mit 76,5 m Länge, dabei wird eine 40 m tiefe Schlucht überwunden. Die Brücke ist aus Sandstein.
basteibruecke in rathen elbsandsteingebirge
Das Amselgrundschlösschen liegt übrigens direkt neben dem Einstieg der kleinen Wanderung. Wir wandern einen gut ausgebauten und bequemen Stufenweg zur Basteibrücke. Der Aufstieg ist recht kurz, was für uns Münchner ungewohnt ist. Sind wir doch bei Sonnenaufgangstouren in die bayrischen Berge schon einige Stunden vor Sonnenaufgang unterwegs, bedarf es hier zur Bastei gerade mal eine Aufstiegszeit von 20 Minuten. Wir sind zu früh am Aussichtspunkt. Ich plane immer gern extra Zeit ein, aber bei der kurzen Wegstrecke ist es nicht erforderlich. Hätte ich eigentlich wissen müssen, aber für mich ist nichts schlimmer als ein verpasster Sonnenaufgang. Nun ja in diesem Fall haben wir halt gefroren und die Sonne hat etwas auf sich warten lassen.
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Die Stimmung zum Sonnenaufgang war an diesem Tag besonders schön. Der Frühling lag bereits in der Luft und die Vögel sangen besonders laut. Normalerweise kann man davon ausgehen, dass dieser Tourismusmagnet auch morgens schon sehr voll ist. Es ist einer der meistbesuchten Orte in der Sächsischen Schweiz (1,5 Mio Besucher / Jahr Quelle: Wikipedia). Gerade tagsüber wird man hier auf wahre Menschenmassen treffen. Wir haben Glück, wahrscheinlich auch, weil eine Woche später bereits die Ausgangsbeschränkungen wegen Corona ausgesprochen werden und seit Wochen die Corona-Pandemie die Medien beherrscht. Wir sind zwar nicht allein, aber auch überfüllt ist es an diesem Tag nicht.
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Nach dem Sonnenaufgang ist vor dem Frühstück

Nach dem Sonnenaufgang entschließen wir uns für die Rundtour über die Schwedenlöcher, wir haben noch Zeit bis es Frühstück im Hotel gibt. Die Schwedenlöcher sind eine Schlucht hinunter zum Amselsee und Rathen. Wir gehen einen Weg mit 780 Stufen und 130 Höhenmeter hinab. Es fühlt sich mystisch an durch diese enge Schlucht mit moosüberzogenen Felsen zu gehen. Die ersten Sonnenstrahlen dringen allerdings schon durch und machen eine besondere Stimmung am frühen Morgen. Einige Abschnitte sind dauerhaft feucht und gutes Schuhwerk ist daher empfohlen. Weiter geht’s hinab Richtung Amselsee und es ist nicht mehr weit zum Hotel. Der Amselsee ist klein, aber fein und umgeben von Felsen. Hier kann man im Sommer auch eine Bootstour machen und die schöne Natur genießen. Es ist ein schattiger Ort wegen der Felsen und Bäume drumherum.

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Nach insgesamt 6,28 km und etwas mehr als zwei Stunden sind wir wieder am Hotel angekommen und gerade rechtzeitig für den ersten Kaffee des Tages. Übrigens im Amselgrundschlösschen gibt es auch Prosecco, welchen wir gern an diesem Morgen getrunken haben. Wer sich die Strecke über die Garmin App anschaut wird ein Herz erkennen, mir hat die Tour sehr gefallen und deshalb bekommt sie auch ein Herzchen von mir.

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Wegpunkte: Start Hotel Amselgrundschlösschen – Felsenburg Neurathen – Bastei (-brücke) – Berghotel Bastei – Schwedenlöcher – Amselsee – Ziel Rathen (insgesamt 6,28 km / 256 HM)

Wanderung zum Lilienstein

Nach dem Frühstück ist vor der Wanderung und wir wollen noch zum Lilienstein hinauf. Es ist einer der markantesten Berge der sächsischen Schweiz und sieht wie ein Tafelberg aus. Es ist auch einer.

blick lilienstein saechsische schweiz

Wir wandern ab Rathen und nehmen auf dem Weg noch den Gipfel des Gamrig mit, welcher sehr freistehend oberhalb des Ortes und leicht zu erreichen ist. Der Gamrig ist für Sonnenaufgänge gut geeignet, nur kommt die Sonne etwas später hoch, da sie erst über den Wald aufsteigen muss.
sonnenaufgang gamrig elbsandsteingebirge
Die Sicht ist weitreichend und spektakulär. Man erkennt so manchen Ausflugsort wie z.B. die Festung Königstein vom Gamrig aus. Wir werden den Sonnenaufgang am nächsten Tag dort erleben. Auch dieser Ort lohnt sich für Sonnenaufgänge und bekommt ein Herzchen von mir.
gamrig blick auf die elbe

Vom Gamrig über Prossen zum Lilienstein

Nach dem Gamrig wandern wir weiter Richtung Waltersdorf und verlassen rechts die Straße in den Wald hinein. Die Strecke ist wunderschön und wir ziehen an grünen Wiesen vorbei. Die Beschilderung ist ausgezeichnet, man kann sich nicht verlaufen. Über die Liliensteinstraße und den Gründelweg gelangen wir nach Prossen, von wo wir rechts den Aufstieg auf den Lilienstein nehmen. Es ist nicht mehr weit. 30 Min und 254 HM später erreichen wir den 16 m hohen Obelisk am höchsten Punkt des Lilienstein.
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Dazu bekommen wir eine großartige Aussicht über die Sächsische Schweiz geboten. In der Hauptreisezeit kann man sich im Biergarten der Felsbaude Lilienstein stärken, wir haben unsere Snacks sowie Getränke an diesem Tag selbst mitgebracht.
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Den Abstieg nehmen wir über den Kirchweg Richtung Elbe und gelangen so einfach wieder nach Rathen. Die Tour hat insgesamt 12,9 km und wir brauchen knappe 4 Stunden im gemütlichen Tempo. Anstrengend ist die Wanderung nicht und für jeden geeignet.
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Rathen

Wegpunkte: Start Hotel Amselgrundschlösschen – Gamrig – Waltersdorf – Prossen – Lilienstein – Kirchweg – Kotte Steig – Rathen

Auf Wiedersehen Sächsische Schweiz

Am nächsten Tag geht es schon wieder zurück nach München, bevor wir uns auf den Weg machen, wandern wir noch schnell den Gohrisch hoch. Die Parkmöglichkeiten sind direkt davor und deswegen ist der Gipfel des Gohrisch nicht schwer zu finden. Auch dieser Stop hat uns sehr gefallen, gerade wegen dieser atemberaubenden Fernsichten, welche man hier hat. Die Natur ähnelt sich zwar und man denkt, hat man einen Fels gesehen, kennt man alle. Doch ich habe immer wieder aufs Neue gestaunt und entdeckt. Die Felsen präsentieren sich jedes Mal in einer anderen abgefahrenen Form, man kann sich auch Figuren vorstellen. Ich hätte ewig weiter rumkraxeln und vor allem Fotos schießen können. Die zwei Tage waren perfekt und man kann gut auch eine ganze Woche im Elbsandsteingebirge verbringen. Hier in der Natur schafft man es gut, Ruhe einkehren zu lassen.
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Ich vergebe für die Sächsische Schweiz ein fettes Herzchen. Es ist eines der schönsten Regionen Deutschlands. An diesem Wochenende haben wir einfach alles richtig gemacht. Es war toll und gerade der ungewöhnlichen Zeit geschuldet, konnten wir die Region einsamer erleben als normal, ohne auf viele Menschen zu treffen. Die Woche danach war dann erst mal alles anders, als die COVID-19 Pandemie unser Leben komplett auf den Kopf gestellt hat. Wer Tipps braucht, wie man auch diese Zeit aktiv gestalten kann, schaut hier vorbei.
Die Sächsisch – Böhmische Schweiz ist immer eine Reise wert, mir hat es ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ein Wiedersehen wird es auch geben. Und jetzt bist du an der Reihe, warst du schon dort und wie hat es dir gefallen? Ich freu mich weitere Tipps zu lesen.
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