Corona Krise – wir laufen trotzdem, oder? Du auch?
Viele befinden sich momentan in einer Ausgangsbeschränkung, oder noch schlimmer, in einer Ausgangssperre. In vielen Regionen der Welt wurde wegen des Corona-Virus der Notstand ausgerufen. Die Ereignisse überschlagen sich. Und was passiert ?
Es gibt die, die Toilettenpapier horten und die, die einfach weitermachen wie immer. Mich wundert nur, das viele ältere Leute, die zur Risikogruppe zählen, die Situation scheinbar weniger ernst nehmen.
Wie wäre es eigentlich für uns alle, uns der Situation entsprechend anzupassen, sich zu besinnen und die Lage ernst zu nehmen ? Und vor allem an unserer Fitness zu arbeiten bzw. fit zu bleiben? OK und ein Glas Wein zu trinken.
wir bleiben daheim kollage corona

Corona-Krise und persönliche Ziele

Das Schlimmste vor allem für uns Läufer, die diesjährige Wettkampfsaison ist gefühlt schon zu Ende, bevor diese überhaupt begonnen hat. Mein persönliches Ziel, die Superhalfs komplett in 2020 zu laufen, ist nicht mehr möglich. Die Halbmarathonläufe Lissabon und Prag wurden bereits verschoben und sollen nun beide gleichzeitig am 06. September 2020 stattfinden. Das ist schade. Ich finde die Entscheidungen, dass Läufe abgesagt werden, vollkommen nachvollziehbar und auch richtig. Für mich heißt es auch nicht, dass ich nicht weiter trainiere, halt anders und die persönlichen Ziele verschieben sich etwas.
persoenliche ziele
Blauer Himmel, Sonne, Lust auf Wandern oder Sonnenaufgänge in den Bergen, klingt verlockend? In dieser besonderen Zeit gibt es aber Gründe, dies einfach mal nicht zu tun. Sogar der der DAV rät davon ab, in die Berge zu fahren. Mir fällt es unheimlich schwer mich gerade an diese Regel zu halten, denn gerade in der Natur tanke ich Energie und Kraft. Ich habe große Bergsehnsucht und versuche die kleinen Abenteuer umso mehr zu genießen und freue mich aktuell schon über die regelmäßigen Sonnenaufgänge auf dem Olympiaberg. Denn das ist erlaubt.
sonnenaufgang olympiaberg laufen .

Gedanken zu Corona

Mir persönlich macht die aktuelle Phase ein wenig Angst. Wer hat denn schon mal erlebt im Supermarkt vor leeren Regalen zu stehen ? Zahlreiche Videos schwirren durchs Netz, in denen man sieht, wie sich Menschen um Einkäufe schlagen. Ich bin verwirrt, sehr verwirrt. Vor ein paar Wochen habe ich die Situation, wie wahrscheinlich viele andere auch, belächelt. Jetzt sehe ich aber etwas Unbekanntes, etwas Bedrohliches auf mich zurollen und weiß manchmal nicht, wie man am besten mit der Situation umgehen sollte. Dies soll im Übrigen kein Bericht sein, wie schlimm COVID-19 ist, sondern lediglich meinen persönlichen Umgang mit der Situation beschreiben und vielleicht auch den einen oder anderen dazu ermutigen, seine Tage sportlicher zu strukturieren bzw. vielleicht sogar mit dem Laufen anzufangen.
struktur durch sport

Was will ich ?

Ich will laufen. Ich selbst bin Ende November 2019 in eine Laufkrise gefallen. War doch 2019 ein tolles Jahr, aber auch ein sehr anstrengendes und kilometerreiches. Hier kannst du es nochmal nachlesen. Ich schlittere nach dem New York Marathon in eine Tiefphase. Der Dezember ist laufarm, ich nehme mir Zeit zum Regenerieren. Nur stellt sich die Erholung irgendwie nicht ein. Morgens komme ich kaum aus dem Bett, sehe blass aus und suche nach Ausreden etwas nicht zu tun. Meine Motivation ist am Boden. Und ich fange an, mir Sorgen zu machen. Also gehe ich zum Arzt und unterziehe mich einer Blutuntersuchung. Die Diagnose: Eisen- und Vitamin D Mangel. Einer der häufigsten Vitaminmängel in unserer Gesellschaft und Grund für meine extreme Lustlosigkeit. Gut ich bin erleichtert.
laufen in der corona krise erleichterung
Und nun ein paar Wochen später: Corona (SARS-CoV-2) in aller Munde. Ich mag es gar nicht sagen, aber für mich bereits jetzt das Unwort des Jahres 2020 oder gleich für das ganze Jahrzehnt. Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Nachrichten geschaut. Die Welt beschäftigt nur noch dieses eine Thema. Themen wie die australischen Waldbrände, Kriege irgendwie in Vergessenheit geraten und wie weggeblasen. Alles nur noch am Rande behandelt. Positive Nachrichten gibt es gar nicht mehr.

Es gibt Gründe zu Laufen

Aber wisst ihr was, ich bin seit einigen Wochen zurück im Laufgeschehen. Durch die Erkenntnis der Mangelerscheinungen und Einnahme von entsprechenden Tabletten geht es mir besser. Ich denke mir aktuell, jetzt erst recht! Ich will laufen. Coronavirus hin oder her. Was gibt es besseres als unser Immunsystem gesund zu halten? Wir in Bayern und auch in Deutschland haben wenigstens ein bisschen „Freiheit“, denn laufen allein und mit entsprechenden Abstand ist erlaubt und genau das tue ich und vor allem mit sehr viel Motivation.
corona krise mit motivation laufen
Oft stelle ich fest, wenn ich laufe, lächle ich. Ich mag mich lächeln sehen und ich mag es draußen zu sein. Auch habe ich viele schöne Emotionen in mir, die ich nur durch das Laufen empfinde. Genau in diesen Zeiten denke ich null an eine Corona-Pandemie oder irgendwelche Verbote oder Herausforderungen. Laufen sorgt für meinen Seelenfrieden.
laufen zaubert mir ein laecheln ins gesicht
Ich befinde mich seit ein paar Wochen nun auch im Homeoffice, glücklicherweise funktioniert das sehr gut. Der positive Aspekt besteht in einer sehr flexiblen Zeiteinteilung, man kann Sport nach persönlichen Gusto einplanen und die Dusche ist jederzeit verfügbar. Die Tage im Homeoffice sind aber auch einsamer geworden, ich habe meinen Tagesablauf etwas verändert. Ich schnüre meine Laufschuhe jetzt meist morgens vor der Arbeit, alles viel stressfreier, denn danach sitze ich sehr gern in „Jogginghose“ am Schreibtisch. Generell treibe ich nun Sport nahezu täglich, weil einfach „mehr“ Zeit zur Verfügung steht.

Corona-Zeit ist eine komische Zeit

Wir Läufer sind allerdings ein wundersames Volk, dass muss ich hier auch mal erwähnen bzw. feststellen. Da gibt es die Nachrichten aus China und Frankreich, in denen berichtet wird, wie man einen Marathon um einen Tisch oder auf dem Balkon läuft. Verrückter geht es fast nicht. Wer jetzt regelmäßig seine Laufrunden dreht, wird gewiss auch bemerkt haben, wie viele Menschen auf einmal das Laufen für sich entdeckt haben. Die Anfänger sind sehr gut an der „Baumwoll“ Kleidung oder am etwas „unrunden“ Laufstil zu erkennen. Ich finde das schön und hoffe das die Menschen auch nach der Krise dabei bleiben. Bekanntlich geben ja ein Großteil schon nach einer kurzen Zeit wieder auf.
Wir haben Corona, ein Virus, der die Welt in Atem hält. Ich persönlich nutze die Zeit, um die kleinen Dinge wieder schätzen zu lernen. Es geht uns nämlich sehr gut. Nur zusammen und mit viel virtueller Unterstützung schaffen wir es glücklich zu bleiben in dieser doch „alleineren“ Zeit.

Wie halte ich mich während der Corona Krise fit?

Mein Lauffokus ist aktuell auf Genießer Modus eingestellt. Intervalle brauche ich nicht, aber versuche ruhige Dauerläufe mit gelegentlichen kurzen schnelleren Kilometern zu „versüßen“. Eine tolle Möglichkeit Sport zu treiben, die Spaß macht, sind gemeinsame Workouts mit Freunden über die Apps Zoom oder Houseparty. Ich liebe es mit meinen Freunden virtuell connected zu sein. OK manchmal trinken wir auch einfach nur ein Glas Wein zusammen und schnattern was das Zeug hält.
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Dehnübungen sind „regelmäßiger“ Bestandteil meiner sportlichen Aktivitäten geworden und die Blackroll kommt auch wieder des Öfteren zum Einsatz. An diesem Punkt möchte ich auch auf die Wichtigkeit gesunder Füße hinweisen. In meinem Blogbeitrag zum Massagebrett „Pine & Stone“ von Full Balance erfährst du mehr zum Thema Fußreflexzonenmassage und wie gesunde Füße unser Wohlbefinden beeinflussen. Schaut auch hier mal rein. Nichts ist aktuell wichtiger als in die eigene Gesundheit zu investieren.

Laufen als Ausgleich zum Corona-Stress

Ihr müsst nicht trauern, dass Wettkämpfe nicht stattfinden oder verschoben wurden. Denn im Grunde laufen wir ja für uns, der Liebe zum Laufen und der Gesundheit wegen. Mit Freunden können wir immer noch virtuell zusammen sein. Also lasst uns einfach den Blickwinkel etwas ändern und den Fokus auf das Wesentliche richten. Der Frühling steht vor der Tür und wunderschöne sonnige Laufkilometer warten auf uns. Ich würde sagen, raus mit euch! Aber immer schön Abstand halten und im gemäßigtem Tempo. So können wir Stress abbauen, „glücklicher“ und ausgeglichener sein und unser Immunsystem stärken.
laufen in der corona zeit
Zusätzlich finde ich ja, dass wir viele neue Wege durch die virtuelle Vernetzung gehen und die Entwicklung finde ich super. Im Mai werde ich beispielsweise mit meiner Laufcrew einen gemeinsamen „Virtuellen“ Halb- oder Marathon laufen. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Medaillen sind auch schon bestellt.
Vergesst bitte nicht, wir alle machen gerade einiges durch und jeder ist von dieser Krise betroffen. Verständnis füreinander aufbringen, hilft Konflikte zu entzerren. Auch sollten wir versuchen unsere Mitmenschen nicht als Feinde „Corona-Träger“ zu betrachten, wenn doch mal jemand etwas „knapp“ an einem vorbei geht. Unmut und Geschimpfe hilft nämlich niemanden weiter.

Noch ein kleiner Hinweis

Abschließend möchte ich nochmals darauf hinweisen, weil es wirklich ein wichtiges Thema ist und durch frühzeitige Erkenntnis dir das Leben erleichtert. Wenn dein Körper dir einen Strich durch die Rechnung macht, du dich lust- und energielos fühlst, dann könnte eine Eisen-Mangelerscheinung dahinter stecken. Gerade für Frauen, die viel sportlich unterwegs sind ein Problem. Solltest du über längere Zeit ähnliche Symptome verspüren, lass lieber mal ein Blutbild machen. Denn Eisenmangel braucht kein Mensch.
So und ich mache jetzt Sport und du ?
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