Ein symphatisches Interview mit Philipp Pflieger

Na wer ist Philipp Pflieger der Profi hier?

Philipp Pflieger Beinmuskeln

Fotocredit: Tina Ogriseg

Ich kann mich noch bildlich erinnern wie Philipp Pflieger beim Berlin Marathon 2015 mit einer unglaublichen Zeit von 2:12:50 als bester Deutscher ins Ziel kam und damit leider nicht die Olympianorm von 2:12:15 erreichte. Dennoch starrten wir alle gespannt und waren begeistert von dem schnellen Deutschen. Dieser Augenblick war einfach Gänsehautfeeling, Berlin zeigte mir wie nah Ehrgeiz, Erfolg und auch Enttäuschung (Anna Hahner erreichte ihr Zeitziel nicht) beieinander liegen können. Und Monate später dann auch die Freude auf Olympia, da die Qualifikationszeit herabgesetzt und somit das Ticket für Philipp gezogen wurde.

Am 03. August konnte ich durch die Adidas Munich Runners Philipp Pflieger persönlich kennenlernen und an einer Fragerunde teilnehmen.

Ich war schon früh im Gspusi, der Homebase der Adidas Runners in München, wo bereits ein paar Leute vor Ort waren und das Interview stattfinden sollte. Ich stellte mich vor, „hi ich bin Cindy“, hallo ich bin der Timo, hallo ich bin Philipp, ah du heißt auch Philipp….. ja und schon das erste Fettnäpfchen… wie jung der Philipp Pflieger in Wirklichkeit aussieht.

Die Fragerunde

In einer entspannten Runde begann Philipp über die Adidas Runners Night in Berlin zu erzählen. Er konnte dort seinen Vorjahressieg im lockeren Tempo wiederholen. Viele der Teilnehmer waren auch in Berlin am Start und so begann eine nette Unterhaltung.

Philipp Pflieger Berlin

Schnell aber kamen die Fragen zu Rio. Was für ihn mehr zähle Medaille oder Bestzeiten? Darauf antwortet er kurz und knapp die Medaille bzw. Platzierung. Er berichtete über seine Erlebnisse beim Marathon in Berlin, seinem zweiten Marathon, bei welchem er in einer Dreiergruppe lief und alle ziemlich am Limit kämpften. Der Tempowechsel bewegte sich zwischen 3:02-3:12 Min per Kilometer, was sehr kräftezerrend war. Schlußendlich war er im Ziel selbst überrascht, was er aus seinem Körper rausholen konnte. Wer den Zieleinlauf kennt, weis auch, dass Philipp direkt hinter der Linie zusammen sackte.

Olympia

Für Philipp geht mit Rio der Olympiatraum in Erfüllung. Die Anreise gestaltet sich jedoch nicht so optimal. Gerade mal zwei Tage vor Beginn kommt der Sportler in Brasilien an. Es kam eine längere Diskussion über Markenrechte ins Rollen, Adidas versus Nike und wie diffizil es manchmal sein kann. Auch aktuelle Thema wie Doping rund um Russland sowie das Zikavirus wurden kurz diskutiert.

Ich fragte Philipp was er von Trailrunning halte, immerhin wollte ich wissen, was für ihn der Unterschied zwischen Straßenlauf oder Trailrun ausmache. Daraufhin berichtete er, dass ganz klar auch Training abseits der Straßen stattfindet, was ihm auch Spaß macht. Dennoch so richtig wohl fühlt er sich in erster Linie auf der Straße, denn dort kann er Vollgas geben, auf neudeutsch „ballern“.

Und wie sieht eine Trainingswoche eines Profis aus? Er teilte uns mit, dass 200 km in der nächsten Woche anstehen würden. Er trainiert z. B. auf der Bahn mit Sportsfreunden, aber weil er so schnell ist, läuft er bei 3 x 3000 m Intervallen beispielsweise das erste Intervall mit Begleitung, das zweite dann allein und beim dritten steigt der Läufer wieder ein. Es ist angenehmer einen Pacemaker vor sich zu haben, Kopf aus und Tempo an. Dazu kommen Kraft- und Stabi-Training, Vor- / Nachbereitungen zu den Läufen sowie ausreichende Blackroll- und Dehneinheiten.

Tipps gegen schwere Beine

Wir wollten noch wissen, was er gegen schwere Beine mache. Er beschrieb witzig wie er schon viele Minuten im Eisbecken verbrachte bis kein Gefühl mehr in seinem Körper zu spüren war und meinte dann er sei da eher der Typ für Saunagänge und Wärme. Des Weiteren (Achtung Werbung) schwört er auf Ultrasports Refresher, aber alternativ erwähnte er, kann man auch Saftschorle mit einer Prise Salz konsumieren. Zusätzlich gibt er uns den Rat immer früh genug Flüssigkeiten bzw Energie zu sich zu nehmen, denn das entscheidet manchmal, ob man überhaupt finishen kann.

Die letzte Frage

Die letzte Frage ob er schon immer Marathon laufen wollte, verneinte Philipp. Eigentlich wollte er immer schnell laufen bzw auf der Tartanbahn Gas geben. Aber mit Mitte 20 änderte sich das, da ihm international seine Zeiten bis 10 km nicht reichten . Somit versuchte er sich an etwas Neuem und wagte den Einstieg in die Marathondistanz. Hier kam auch sein Debüt in Frankfurt zur Sprache, wo bei km 37 ein Kreislaufkollaps seinen Lauf beendete. Er erinnert sich nur ungern an die Situation, da er sich eigentlich an nichts erinnern kann. Aber er lernte aus der Sache und konnte somit erfolgreich seinen zweiten Marathon in Berlin meistern.

Dann war die sympatische Fragerunde auch schon vorbei und wir durften mit Philipp noch ein paar Kilometer durch München laufen. Der tolle Laufabend wurde anschließend noch mit dem perfekten „Rio“ Kuchen toll abgerundet.

Philipp Pflieger Torte

Lieber Philipp ich wünsche dir alles Gute für Rio.

Marathon der Männer:  21. August 2016

Philipp Pflieger Vergleich

Danke an die adidas Runners für die Organisation.

Wer mehr wissen will über Philipp, hier

Einige Bilder wurden mir von Philipp zur Verfügung gestellt.